Meisterstück

In einem nicht genau definiertem Punkt beginnt die Bewegung, wird größer, weitet sich und strebt irgendwo hin. Das Ende ist nicht dargestellt, nur ein Ausschnitt des Prozesses - so ist das "Ende" der Plastik als einzige Fläche ohne Spannung, völlig gerade gehalten, eben wie ein Abschnitt eines vorstellbar viel größeren Ganzen. Ich kenne das Ziel, wenn es eins gibt, nicht, frage auch nicht danach, sondern blicke auf das Jetzt, hoffentlich wachsend und verwoben im Wandel.
Die Plastik bekommt ihren "Körper" durch eine säulenhafte Schwellung und verläuft nach oben hin leicht konisch zu. So wirkt sie fest und sicher stehend, aber auch klassisch und fern von jeder technisch-kalten Geometrie. Leser des Textes müssen die Spirale umrunden, da er in Zeilen um den Stein gehauen ist. So erreiche ich beim Betrachter eine "spiralförmige" Bewegung um das Stück - und sich bewegen heißt leben.

Der Text und auch die Helligkeit des Materials bewirken zusätzlich die Assoziation einer Schriftrolle.