Stefan-Andres-Denkmal Trittenheim

Der Schrifsteller Stefan Andres wurde 1906 in der Gemarkung Trittenheim geboren. Seinen 100jährigen Geburtstagstag nahm die Gemeinde zum Anlass, ihrem berühmten Sohn im Jahr 2006 ein Denkmal zu setzen. Dargestellt ist eine Szene aus Andres' wohl bekanntestem Roman "Der Knabe im Brunnen", in dem sich der Autor mit seiner Kindheit befasst: Als Kind war es dem Jungen streng verboten, in den Brunnen zu schauen, was den Reiz, es dennoch zu tun, nur vergrößerte.
Auf die Frage, was passieren würde, wenn er in den Brunnen schaute, sagte man dem Kind, dass er hineinfallen könne und dann die Enten des Wassermanns füttern müsse - ein Schicksal, das bereits anderen Jungen des Ortes widerfahren sei. Diese Geschichte weckte die Neugier des Jungens, so dass er schließlich in einem unbeobachteten Moment in den Brunnen schaute. Und tatsächlich sah er dort einen anderen Knaben.
Dass es sein Spiegelbild war, erkannte er in diesem Alter allerdings noch nicht. So war der Junge ab diesem Zeitpunkt sicher, dass unter seiner Welt eine komplette zweite Welt existieren müsse, die beide durch die Brunnen verbunden wären. Diese zentrale Stelle der Selbsterkenntnis habe ich versucht, in meinem Denkmalentwurf umzusetzen. Der Betrachter wird zunächst von reliefierten Baumdarstellungen angezogen, entdeckt beim Näherkommen einen Knaben, der sich in einen Brunnen beugt. Neugierig geworden kann er die Stufen hinaufgehen und ihm über die Schulter schauen. Er sieht durch den geöffneten Brunnen einen zweiten Knaben auf der Rückseite des Denkmals liegen. Geht der Betrachter um das Denkmal herum sieht er den im Gras ausruhenden zweiten Knaben und den stilisierten Mosellauf bei Trittenheim. Auch ist auf dieser Seite im turmartigen Aufbau des Denkmals der Inschrifttext eingehauen. (Roter kylltaler Sandstein, ca. 300x85x200 cm)